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Sehr umfangreicher Kurs mit relativ hohem Anspruch

Tobias, 09.04.2019
Soundtrack Composer (Zertifikat)
4.3

Das Fazit gleich vorneweg: Ich kann den Kurs "Soundtrack Composer" von Audiocation auf jeden Fall empfehlen. Ich habe sehr viele interessante Dinge gelernt und bin auf jeden Fall zufrieden. Trotzdem gibt es natürlich auch einige positive und negative Aspekte, auf die ich im Einzelnen eingehen möchte:

Positiv:

- Die Betreuung durch den Tutor ist super: Es gibt ein monatliches ausführliches Feedback-Telefonat und ich hatte immer den Eindruck, dass sich sehr viel Zeit genommen wurde. Fragen per E-Mail wurden ebenfalls ausführlich und kompetent beantwortet.

- Preis-Leistungsverhältnis: Audiocation bietet Rabatte für Einmalzahlung sowie weitere Vergünstigungen. z.B. für Rentner und Schwerbehinderte. Sehr fair!

- Der Kontakt zum Audiocation-Büro selber ist sehr gut, Fragen zur Kursen, Organisation, Preisen, etc. wurden quasi immer am selben Tag beantwortet.

- Der Zugang zu den Online-Studieninhalten bleibt nach Kursende dauerhaft kostenlos erhalten - das ist meines Erachtens ein Riesenvorteil und bei anderen Mitbewerbern nicht der Fall.

- Es gibt eine großzügige Pausenregelung, durch die man den Kurs pausieren kann, wenn man mehr Zeit braucht.

- Der Kurs enthält eine große Menge an interessantem Material, was fortgeschrittene Schüler sehr freuen wird (allerdings teils problematisch für Anfänger).

- Zugang zu klassischer Musik: Ich würde diesen Kurs sogar Leuten empfehlen, die nur gerne orchestrale Musik hören und ihr wissen erweitern möchten. Der Zugang zur Musik erweitert sich und man bekommt gleichzeitig einen Überblick über wichtige Werke der Spätromantik.


Neutral:

- Die Notenbeispiele liegen nur als teils ziemlich alte Komplett-Partituren im PDF-Format vor. Neben der manchmal leicht eingeschränkten Lesbarkeit im Vergelich zu modernem Notensatz führt das gerade am Ende des Kurses leider dazu, dass man auf einem Laptop mit kleinerem Bildschirm wild am Herumscrollen ist, um einer schnellen Passage des kompletten Orchesters in der digitalen Partitur zu folgen. Wer ansonsten mit aktueller Kompositionsliteratur inklusive modern gesetzter Notenbeispiele in Buchform arbeitet, muss sich schon umstellen.

Hierzu muss man aber fairerweise sagen, dass das auch eine Frage des Copyrights ist und sich der Kurspreis vermutlich vervielfachen würde, wenn der Anbieter die Rechte an aktuellen Notenbeispielen erwerben müsste.
In einschlägigen Fachgeschäften kostet eine komplette Orchesterpartitur je nach Länge ja leider schon gerne mal eine dreistellige Euro-Summe. Letztendlich steht es dem Studenten ja auch frei, sich einige moderne Ausgaben zu besorgen, das muss man bei Bedarf evtl. einrechnen.

- Die Online-Lernplattform ist aktuell zwar funktional, ein absoluter Kracher mit modernem Design ist sie aber nicht. Multimediabeispiele im Video- oder Audioformat direkt auf der Plattform sind in diesem Kurs eigentlich nicht vorhanden. Diese hätten gerade bei manchen Orchesterinstrumenten den Kurs sicher bereichert. Etwaige Online-Tests zur Selbstüberprüfung oder übersichtliche Skripte mit kompakten Zusammenfassungen zum Ausdrucken werden leider auch nicht angeboten, daher dauert es manchmal gewisse Informationen wiederzufinden.
Eine moderne App befindet sich allerdings laut Aussage von Audiocation in Arbeit.


Verbesserungswürdig:

Hörbeispiele: Für die Hörbeispiele sind die Kursteilnehmer angewiesen, sich eigenständig eine CD-Sammlung im Wert von ca. 225 Euro (laut Webseite) zu besorgen.
Das ist meines Erachtens im Jahre 2019 nicht mehr zeitgemäß, besser wäre es wenn exakt geschnittene Audiobeispiele digital online auf der Lernplattform bereitstehen würden.
Denn erstens besitzen viele Leute (wie ich) gar keinen CD-Player mehr, außerdem ist es ziemlich unkomfortabel für jedes kurze Hörbeispiel die CD wechseln und zur richtigen Stelle „spulen“ zu müssen.

Ich persönlich habe mir daher als Alternative eigenständig eine Playlist der geforderten CDs auf einem Streamingdienst zusammengestellt. Das hat bei der Mehrzahl der CDs geklappt, allerdings trat dann ein neues Problem auf: Manche Einspielungen eines bestimmten Orchesters/Dirigenten von der offiziellen CD-Liste sind online nicht verfügbar, so dass eine andere Aufnahme gewählt werden muss.
Nur beziehen sich die Zeit-Angaben im Kurstext aber auf die Laufzeit eines Titels einer bestimmten Einspielung. Und da verschiedene Einspielungen natürlich unterschiedlich lang sind, stimmen die Angaben im Lehrmaterial dann plötzlich nicht mehr mit der Musik überein. Hier muss man dann schon öfter mal länger hin- und her suchen, bis man die richtige Stelle im jeweiligen Audiobeispiel gefunden hat.

Sollte die Bereitstellung digitale Audiobeispiele für den Anbieter trotzdem zu aufwändig oder zu teuer sein, gäbe es als Minimum ja die einfache Möglichkeit, den Kursteilnehmern die CD-Liste in Form von digitalen Playlists für die größten Streamingdienste anzubieten, die dann allerdings auch mit den zeitlichen Angaben im Kurs übereinstimmen müssten.
"Gratis-Playlist inklusive" würde für mich auch deutlich ansprechender klingen als "Du musst Dir zusätzlich zum Kurspreis eine CD-Sammlung für 225 Euro kaufen".



Lernkurve: Meines Erachtens ist die Lernkurve des Kurses nicht optimal. Das hängt ehrlicherweise auch davon ab, wie gut die eigenen Vorkenntnisse sind und wieviel Zeit man investieren kann. Man muss dazu auch sagen, dass viele Aufgaben optional sind und man sich sozusagen sein eigenes persönliches Curriculum zusammenstellen kann.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich lieber mehr bezahlt hätte und das Material dafür langsamer in einem längeren Kurs erlernt hätte.
Mal ein etwas vereinfachtes Beispiel: In einem Monat wird quasi erklärt, was die einzelnen Instrumente einer bestimmten Sektion erklärt sind. Das ist gut gemacht und wirklich zugänglich ist. Im nächsten Monat wird dann aber plötzlich die Analyse eines Orchester-Satzes auf gewisse Aspekte hin gefordert. Das ist einfach ein Sprung, der für manche „Orchester-Neulinge“ schwer zu bewältigen ist.

Wie gesagt, diese Aufgaben sind optional, trotzdem hatte ich teilweise das Gefühl, das möglichst viel interessantes Material in einem "nur" 9-monatigen Kurs untergebracht werden sollte. Für mich persönlich wären ein separater Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs mit jeweils längerer Gesamtdauer die deutlich bessere Lösung gewesen.

Natürlich mag das für Leute, die bereits Vorkenntnisse in Orchestrierung und Komposition haben, wieder ganz anders aussehen, diese freuen sich vielleicht über die zahlreichen optionalen Herausforderungen.
Trotzdem möchte ich eben den Hinweis geben, dass der Kurs für Anfänger, die nur die Mindestanforderungen wie Notenlesen und Grundkenntnisse der Harmonielehre mitbringen, eine deutliche Herausforderung darstellt, wenn man wirklich alle Inhalte bearbeiten will.
Die angegebenen 15-20 Stunden Arbeitsaufwand pro Monat auf der Webseite sind meines Erachtens deutlich zu optimistisch gewählt, hier sollte man m.E. mehr Zeit einplanen.

Trotzdem alles in allem ein gelungener Kurs, der meines Erachtens in dieser Form im deutschsprachigen Bereich konkurrenzlos ist.

  • Toller Dozent & gute Betreuung, viel Unterrichtsstoff, dauerhafter Zugang zum Lehrmaterial
  • Teils steile Lernkurve für Einsteiger, Hörbeispiele nur als CD-Komplettausgabe
  • Studieninhalte
    5.0
  • Studienmaterial
    4.0
  • Betreuung
    5.0
  • Online Campus
    4.0
  • Preis-/Leistung
    4.0
  • Digitales Lernen
    3.0
  • Flexibilität
    5.0
Tobias
Alter 36-40
Weiterempfehlung Ja
Abschluss keine Angabe
Studienbeginn keine Angabe
Geschrieben am 09.04.2019
Tobias
Alter 36-40
Karrierestufe keine Angabe
Weiterempfehlung Ja
Abschluss keine Angabe
Studienbeginn keine Angabe
Geschrieben am 09.04.2019

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

Thomas , 06.02.2020 - Soundtrack Composer (Zertifikat)
Markus , 17.01.2018 - Soundtrack Composer (Zertifikat)
Dirk , 08.11.2016 - Soundtrack Composer (Zertifikat)
Manuel , 24.10.2016 - Soundtrack Composer (Zertifikat)
Sebastian , 29.02.2016 - Soundtrack Composer (Zertifikat)