Zu teuer für das Gebotene
Ich habe den Studiengang „Chemische Verfahrenstechnik“ an der WBH bis ins vierte Semester studiert und mich schließlich zum Abbruch entschieden. Leider war die Qualität des Studiums insgesamt sehr inkonsistent. Die Studienunterlagen schwankten erheblich: Einige Skripte waren solide, andere jedoch veraltet, unübersichtlich oder didaktisch unzureichend aufgebaut. Eine verlässliche Klausurvorbereitung war dadurch oft nicht gegeben. Besonders die Klausur in Strömungslehre war deutlich anspruchsvoller, als es die Skripte und Einsendeaufgaben erwarten ließen.
Hinzu kam, dass die Schwierigkeit der Klausuren stark variierte, je nachdem, wer sie erstellt hatte. Diese Unterschiede waren so groß, dass aus meiner Sicht die Fairness nicht mehr gewährleistet war. Zwar ist mir bewusst, dass für Spitzennoten immer auch Transferleistungen erforderlich sind, jedoch denke ich, dass man bei den hohen Studiengebühren erwarten darf, dass die bereitgestellten Unterlagen inhaltlich und vom Schwierigkeitsgrad her vernünftig auf die Prüfungen vorbereiten.
Die tutoriellen Hilfestellungen fielen ebenfalls sehr unterschiedlich aus. Einige Tutor*innen waren engagiert und hilfreich, andere dagegen schwer erreichbar oder lieferten kaum verwertbares Feedback. In mehreren Modulen hatte man den Eindruck, dass die regulären Materialien nicht ausreichen, sodass zusätzliche kostenpflichtige Tutorien quasi notwendig wurden. Das erhöht die ohnehin schon hohen Kosten des Studiums erheblich.
Auch organisatorisch gab es Herausforderungen. Für die Laborpraktika muss man sich sehr früh anmelden, da die Plätze schnell vergeben sind. Zudem war die Partnerhochschule für die Präsenzlabore in meinem Fall sehr weit entfernt, was die Teilnahme logistisch schwierig machte. Das ist zwar ein persönlicher Faktor, sollte aber dennoch vor der Anmeldung bedacht werden.
Positiv hervorheben möchte ich die Mathematik-Skripte. Diese waren didaktisch sehr gut aufgebaut, klar strukturiert und angenehm zu bearbeiten. Beide Matheklausuren entsprachen exakt dem Niveau der Skripte und Einsendeaufgaben, was ich als fair und professionell erlebt habe.
Insgesamt überwiegen jedoch die negativen Erfahrungen. Aufgrund der stark schwankenden Qualität der Unterlagen, der großen Unterschiede im Klausurniveau, der zusätzlichen Kosten für notwendige Tutorien und der insgesamt unzuverlässigen Betreuung empfinde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis als unzureichend. Ich würde den Studiengang daher nicht weiterempfehlen.
P.S. Ich setze mein Studium jetzt an einer anderen staatlichen Hochschule berufsbegleitend fort und bin dort wesentlich zufriedener.