Das Bundesausbildunsgförderungsgesetz, kurz BAföG, regelt die finanzielle Unterstützung von Schülern und Studenten. Grundsätzlich haben danach nicht nur Vollzeit Studenten an Universitäten und Fachhochschulen, sondern auch Fernstudenten Anspruch auf BAföG. Dabei gibt es aber einige Voraussetzungen, die Fernstudenten nicht selten vom BAföG-Anspruch ausschließen. Dazu gehören unter anderem ein Höchstalter und die Anrechnung von eigenem Einkommen. Außerdem muss es sich beim Fernstudium um eine Erstausbildung handeln.

Für Fernstudenten gelten bestimmte Voraussetzungen für das BAföG

Fernstudenten können genauso wie Vollzeit Studenten an einer Präsenzhochschule BAföG für ein akademisches Erststudium beantragen. Wer schon einen Hochschulabschluss in der Tasche oder eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, erhält allerdings nur selten BAföG. Eine Ausnahme bilden Masterstudiengänge. Wer einen Antrag auf BAföG für sein Fernstudium stellen möchte, sollte zusätzlich folgende Punkte beachten:

  • Die BAföG-Förderung gibt es bei Bachelor Studiengängen bis zum 30. Lebensjahr, bei Masterstudiengängen höchstens bis zum 35. Geburtstag.
  • Das eigene Einkommen wird auf den BAföG-Anspruch angerechnet.
  • Förderungsfähig sind primär Fernstudiengänge in der Vollzeitvariante.

Diese Kriterien schließen manchen Fernstudenten leider von vorneherein vom BAföG aus. Denn viele absolvieren neben dem Beruf ein Fernstudium oder möchten sich in fortgeschrittenem Alter beruflich weiterbilden. Zum Glück bestätigen Ausnahmen die Regel. So können zum Beispiel beruflich Qualifizierte ohne Hochschulreife oder Personen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg erworben haben, BAföG für ein Fernstudium erhalten. Und zwar unabhängig vom Alter.

Wie hoch ist der BAföG-Zuschuss für Fernstudenten?

Bis zum Wintersemester 2016 können Fernstudenten monatlich bis zu 640 € BAföG-Zuschuss erhalten. Der tatsächlich ausbezahlte Betrag unterscheidet sich von Fernstudent zu Fernstudent, da der Bedarf eines jeden individuell ermittelt wird. Er ist unter anderem davon abhängig, wie hoch das eigene Einkommen sowie das der Eltern oder des Ehepartners ist. Ab 2016 steigen die Bedarfssätze um 7 %, der höchste Förderungsbetrag liegt dann bei 735 € im Monat. Auch die anrechenbare Vermögensgrenze wird von 5.200 € auf 7.500 € erhöht.

Beim Meister-BAföG gelten andere Voraussetzungen

Wer eine Aufstiegsfortbildung, etwa zum Meister oder Fachwirt, absolvieren möchte, kann das sogenannte Meister-BAföG in Anspruch nehmen. Handwerker und Fachkräfte, die sich weiterbilden wollen, erhalten je nach Voraussetzungen zwischen 697 € und 1.332 € im Monat. Angerechnet werden das Einkommen des Fernstudenten und gegebenenfalls seines Ehepartners, sodass sich bei jedem Förderberechtigten eine individuelle Fördersumme ergibt. Die Förderung gilt für Vollzeit- und Teilzeitmaßnahmen. Die Förderungshöchstdauer umfasst in Vollzeit 24 und in Teilzeit 48 Monate.

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Wer nicht von BAföG oder Meister-BAföG profitieren kann, hat aber noch andere Möglichkeiten, sein Fernstudium zu finanzieren. Infrage kommen beispielsweise:

Zahlreiche Fernstudieninstitute bieten Interessenten Unterstützung bei der Suche nach der passenden Finanzierung des Fernstudiums an. Eine gute Anlaufstelle sind zudem die Arbeitsämter, die über Bildungsprämie und Bildungsgutscheine beraten können.