Semi-professionelle Inhalte in Lehrheften

,
Kinder- und Jugendliteratur (Zertifikat)
2.9

Einige inhaltliche Aussagen in den Heften des "Grundkurses" - z.B. über die Möglichkeiten [und Unmöglichkeiten] der Darstellung von Gedanken einer Figur - lassen sich literaturwissenschaftlich nicht halten. Ich habe regelrecht enorm fehlerhafte inhaltliche Aussagen entdeckt.
Die Inhalte sollten stärker professionalisiert werden (literaturwissenschaftlich).

Leider enthalten die Texte in den Lehrheften auch immer wieder Grammatik- oder Rechtschreibfehler.

In den Heften des GK (1.Hälfte) wird bei der Vorstellung von Genres nicht nach Texten unterschiedlicher Niveaus (sprachlich sowie inhaltlich) unterschieden. Es wird also nicht erwähnt, dass Werke eines jeden Genres (!?) auf hohem oder niedrigem Niveau verfasst sein können - Beispiele dafür lassen auch missen.

Außerdem wird das Genre "Liebesroman" einfach als "Trivialliteratur" und damit grundsätzlich im Subtext als "platt" dargestellt. Unverständlicherweise erscheint das Genre "Krimi" dagegen nicht unter der Rubrik "Trivialliteratur" und wird damit indirekt grundsätzlich als "hohe oder höhere Literatur" verkauft. Das ist äußerst fragwürdig.
Das Genre, "Drama" oder etwa "Sozialdrama" hingegen lässt völlig vermissen; es findet keine Erwähnung.

Und nicht zuletzt:
Leider wird in den Lehrheften der Grundsatz "zeigen, nicht erklären" völlig überzogen. Es entsteht der Eindruck, um einen Bestseller zu schreiben dürfe man auf keinen Fall detaillierte - bzw. müsse man möglichst wenige - erzählerische Passagen in den Text einbauen. Es dürfe auch lieber gar keine Kommentare des Erzählers oder interpretatorische Aussagen aus Sicht der Figur geben - das alles mache einen Text langweilig. (!!!???)
Wenn ich mir "große" Romane anschaue - auch Bestseller von heute oder sich zumindest sehr gut verkaufende Werke - kann ich diese Einstellung nicht bestätigt finden.
Mit dem Zusatz der Erklärung in einem Beiheft der Schule des Schreibens, - als Werbematerial zugeschickt, - in welcher tatsächlich Autoren angepriesen werden, die "bis zu 80 % Dialoge" in ihren Werken haben - um bloß nicht langweilig zu sein -, bekomme ich den Eindruck, dass die Schule des Schreibens keine Literaturproduktion auf hohem intellektuellen Niveau fördern will. DAS IST SCHADE.

[Zu dem übertrieben angepriesenen Grundsatz im Sinne, "zeigen, nicht beschreiben":
Doch, tatsächlich geht im Inneren eines Lesers, einer Leserin ein inneres Kopfkino los, wenn der Erzähler eine Landschaft mit vielen verschiedenen Details beschreibt (Beisp.: Die Höhle in einem Thriller) ohne dass die Figur ständig "nebenbei" handeln oder alles kommentieren bzw. auf alles einzeln reagieren muss.]

Kurz: In ihren Grundsätzen preist die Schule des Schreibens zusehr eine Art "Action-Literatur" an, ohne zu erwähnen, dass viele Menschen gerne erzählerische Elemente lesen (s. bspw. "Herr der Ringe" mit seinen vielen Beschreibungen).

Letzter Kritikpunkt:
Die Textlänge, die man einsenden darf, ist extremst begrenzt; viel zu kurz. Ich hatte auch hier ein besseres Preis-Leistungsverhältnis erwartet.

  • Anreiz, regelmäßig zu schreiben und Schreibaufgaben einzusenden
  • Die Inhalte sind semi-professionell + leider gibt es extremst enge Vorgaben für die Textlänge einer Einsendeaufgabe
  • Studieninhalte
    3.0
  • Studienmaterial
    3.0
  • Betreuung
    3.0
  • Online Campus
    3.0
  • Seminare
    2.0
  • Preis-/Leistung
    2.0
  • Digitales Lernen
    3.0
  • Flexibilität
    4.0
Ines
Alter 31-35
Weiterempfehlung Ja
Abschluss Ja
Studienbeginn 2018
Geschrieben am 23.05.2018
Ines
Alter 31-35
Karrierestufe Freiberufler
Weiterempfehlung Ja
Abschluss Ja
Studienbeginn 2018
Geschrieben am 23.05.2018

Aktuelle Bewertungen zum Studiengang

Jutta , 06.06.2019 - Kinder- und Jugendliteratur (Zertifikat)
Robert , 22.05.2019 - Kinder- und Jugendliteratur (Zertifikat)
Maja , 07.05.2019 - Kinder- und Jugendliteratur (Zertifikat)
Sibila , 02.05.2019 - Kinder- und Jugendliteratur (Zertifikat)
Daniela , 29.04.2019 - Kinder- und Jugendliteratur (Zertifikat)